"One of the best Central European makers we've
seen to date. He uses spectacular materials including gorgeous German spruce
which is covered in bearclaw markings and has irregular, yet tight and
beautiful grain patterns..."
Guitar
Salon International, Santa Monica CA
Die Instrumente
Bevor ich die einzelnen Modelle
und ihre klanglichen und historischen Besonderheiten kurz erläutere, möchte ich betonen,
dass ich – bis auf die Manuel Ramírez, die Andrés Segovia
25 Jahre gespielt hat – nur solche Modelle baue, deren Originale
sich in meiner Werkstatt befunden haben und untersucht
werden
konnten.
Ich orientiere mich, was die Konzert- und Flamencogitarren betrifft, sehr stark
an der spanischen Bautradition, versuche aber auch auf die die Konstruktion betreffenden
Besonderheiten einzugehen.
1. Manuel Ramírez, 1912: Der Korpus
dieser Gitarre ist - im Vergleich zu den anderen Konzertinstrumenten - fast
zierlich zu nennen. Was man von der
Tragfähigkeit und dem Volumen nicht behaupten kann. Die Gitarre spricht
extrem schnell an und besitzt in allen Registern einen sehr formbaren, klangfarbenreichen
und transparenten Klang. (Haselfichte/ Satinwood)
2. Santos Hernández, 1924: Das Original zu diesem Instrument
befand sich im Besitz der 1998 verstorbenen Gitarristin Luise Walker. 1924 hatte
es ihr Lehrer Miguel Llobet direkt aus der Werkstatt von Santos Hernández
nach Wien gebracht.
Diese Gitarre stellt, was die Korpusdimensionen betrifft, sozusagen den „Gegenpol“ zu
der Ramírez dar. Der größere Resonanzkörper hat etwas
wärmere Bässe zur Folge. Der Ton baut sich etwas langsamer auf; bezüglich
Lautstärke und Transparenz gibt es jedoch keinen Unterschied. Ich werde
oft gefragt, wie sich die klanglichen Charaktere dieser beiden Instrumente
voneinander abheben. Für mich ist die „Santos“ das „philosophischere“ Instrument.
(Fichte/Ostindischer Palisander)
3. Manuel Reyes, 1989: Diese plantilla verwende
ich sowohl für
Flamencogitarren, als auch für Konzertinstrumente mit Zederndecke.
Die schnelle Ansprache bleibt erhalten. (Fichte/ Zypresse)
4. Martin 00-21: An diesem Instrument fasziniert
mich vor allem sein ausgewogener Klangcharakter. Trotz des – für eine Westerngitarre – recht
zierlichen Korpus´, sind Bässe und Diskant sehr ausgeglichen. Die
Transparenz im Klang und das breitere Griffbrett lassen es zu einem äußerst
geeigneten Instrument für den fingerpicking und
bottleneck Spieler werden. Den Übergang von Hals und Korpus am 12. Bund habe ich – dem
Original entsprechend – beibehalten. Die Perlmutteinlagen auf der Decke
und im Griffbrett sind Sonderausführungen. (Sitkafichte/ Ostindischer
Palisander)
5. Martin M-36: Auch bei diesem Instrument
stehen für mich die klangliche
Ausgewogenheit und die schnelle Ansprache im Vordergrund. Es bietet jedoch
- im Vergleich zur 00-21 - jene Charakteristika einer „klassischen“ Westerngitarre:
großer Korpus, schmaler Hals, 14. Bund. Der hier abgebildete „cut-away“ ist
eine Sonderausführung. Meines Erachtens ist er anatomisch die für
den Spieler am besten geeignete „Variation“ dieses Themas. (Sitkafichte/
Ostindischer Palisander)
Sonderausführungen
Asymmetrische 10 saitige Gitarre:
Mein japanischer Händler Eisuke Ozaki hat mich vor einigen Jahren auf
diese Idee gebracht, bei der die Halsachse zur Korpusachse um 10mm zur Baßseite
hin verschoben ist. Durch das „Hinaufverschieben“ des Stegs ergibt
sich ein wesentlich höherer Spielkomfort für die Spielerin, den Spieler.
Der japanische Gitarrist und Lehrer Y. IWANAGA und viele seiner Studenten spielen
diese Instrumente.
„Collector´s series“:
Auf Wunsch fertige ich auch sehr anspruchsvoll verzierte Konzertgitarren an,
bei denen z. B. auf allen Korpuskanten von mir angefertigte Intarsien verarbeitet
sind. Ebenso sind die Rosette, der Steg und der Kopf aufwändiger gestaltet.
Ich möchte damit meine – nicht nur – ästhetische Verbundenheit
mit der spanischen Gitarrenbautradition ausdrücken.
Holzarten
Alle
von mir verwendeten Hölzer sind luftgetrocknet. Da ich 1988 damit
begonnen habe, zum Teil ganze Bäume zu kaufen, kann ich heute auf ein
entsprechend großes und altes Tonholzlager zurückgreifen.
Decke:
Als Deckenholz verwende ich nahezu ausschließlich österreichische
Fichte aus den Alpen und dem Böhmerwald. Meine besondere Vorliebe gilt
der Haselfichte, die ich seit vielen Jahren gerne verarbeite, da sie mich durch
ihre ästhetischen und akustischen Eigenschaften sehr beeindruckt. Selbstverständlich
baue ich auch Instrumente mit Decken aus kanadischer Zeder.
Boden:
Ostindischer Palisander ist jenes Holz, aus dem ich die meisten Gitarren baue.
An anderen Hölzern in dieser Preisklasse kann ich Ahorn (geflammt bzw.
mit Vogelaugen) oder – in sehr limitierter Zahl – Eibe anbieten.
Für die teureren Instrumente stehen einerseits Riopalisander und Ziricote
zu Auswahl. Andererseits bin ich stolz, das sehr seltene Satinwood (fagara
flava) anbieten zu können (Photo), das meines Erachtens hervorragende
akustische Eigenschaften besitzt. Auf die Idee, dieses Holz zu verwenden, hat
mich eine wunderschöne Gitarre von Francisco Simplicio aus dem Jahre 1929
(no. 241) gebracht.
Hals:
Hier stehen südamerikanische Zeder (Cedro) und Hondurasmahagoni zur Auswahl.
Griffbretter:
Ebenholz ist hier Standard.
Bauliche Besonderheiten
Im Laufe der Beschäftigung mit dem traditionellen spanischen Gitarrenbau
stieß ich immer wieder auf den „tornavoz“, einen konischen,
metallenen Schalltrichter, der an der Innenseite des Schalllochs befestigt
wurde und einige Zentimeter weit in das Instrument ragte. Antonio de Torres,
seine Zeitgenossen und Nachfolger verwendeten diesen Trichter immer wieder
im Laufe ihrer Arbeit. Er sollte vor allem dazu dienen, den Schall zu bündeln
und dadurch die Projektionsfähigkeit der Gitarren zu erhöhen. Die
sich ergebende Absenkung der Korpusresonanz trug zur klanglichen Sonorität
dieser Instrumente bei.
Nachteile waren für den Gitarristen ein etwas „indirekteres“ Spielgefühl
und für den Gitarrenbauer Probleme bei eventuellen Reparaturen im Inneren
des Resonanzkörpers.
Meine „Variation“ dieses Themas ist ein hölzerner Schalllochring von
ca. 17mm Tiefe, der sich klanglich deutlich auswirkt, ohne jedoch die Zugänglichkeit des Gitarreninneren
im Falle einer Reparatur zu beeinträchtigen.
Schlüsselmotivrosette:
In einer meiner Rosetten verarbeite ich auch einen regionalen Bezug.
An einer Straße
zu meinem Wohnort steht ein Grenzstein aus dem Jahre 1739, auf dem zwei einander
sich kreuzende Schlüssel - als Zeichen einer regionalen gesetzgebenden
Autorität - dargestellt sind. Dieses alte Melker Wappen ist das reale
Vorbild meiner Intarsie.
Allgemeines zu den Instrumenten:
Ich gebe auf die verwendeten
Hölzer und die Verarbeitung meiner Gitarren
eine zeitlich unbegrenzte Garantie. Eine sachgemäße (d.h. Berücksichtigung
von Luftfeuchtigkeit und Lagerungstemperatur) setzte ich jedoch voraus. Die
Garantie umfasst nicht Bünde, Politur, Mechaniken und den mitgelieferten
Koffer (Standard: Hiscox Pro-Line), also jene Teile, die einer natürlichen
Abnützung unterliegen oder die nicht von mir angefertigt wurden.
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